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wiki:6_bielefeld_joellenbeck

Jöllenbeck

Dieses ist die Beschreibung des Bielefelder Stadtbezirks Jöllenbeck mit seinen früheren Dörfern und/oder Bauerschaften, den ihnen folgenden Gemeinden und den Kirchengemeinden (Kirchspielen).

Bauerschaften

Die 4 Bauerschaften mit ihren Höfen und Hausnummern etwa im Umfang von 1820.

Hausstätten- und Höfelisten

Bücher/Veröffentlichungen

  • Gustav Engel: Ravensberger Regsten I. 785-1346. Texte (7. Sonderveröffentlichung des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg). Bielefeld u.a. 1985.
  • Jöllenbecker Blätter. Heimatkundliche Mitteilung. Hrsg. v. Heimatverein Jöllenbeck. 1.-22. Jg. 1969-1990.
  • Jürmker Heimatkalender, Jg. 1-11, 1980-1990.
  • Franz Herberhold: Das Urbar der Grafschaft Ravensberg von 1556. Bd. 1, Text. Münster 1960.
  • Walter Kleine-Doepke (Hg.): Heimatbuch der evangelischen Kirchengemeinde Jöllenbeck. Detmold 1954.
  • Bernhard Vollmer: Urkundenbuch der Stadt und des Stifts Bielefeld. Bielefeld 1937.
  • Joachim Wibbing: Das Heberegister des Stiftes Schildesche aus dem Jahre 1399. In: Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg 92, 2007, S. 27-58.

Horst Ulrich Fuhrmann: Jöllenbeck. Heimat im Wandel der Zeit. Bielefeld 1991, Herausgeber Stadt Bielefeld / Heimatverein Jöllenbeck e.V.

Günter Stückemann: Unsere Altvorderen, ISBN-10: 3-00-019110-0, ISBN-13: 978-3-00-019110-7, Chronik der Familie Stückemann, Eigenverlag, 1. Auflage 2006

Geschichte

Jöllenbeck wurde als „Julinbike“ erstmals im Jahr 1191 in einer Urkunde des Bischofs Bernhard von Paderborn erwähnt. Bereits damals besaß Jöllenbeck oberhalb der heutigen Straße Auf dem Tie eine Kirche, die seit dem 14. Jahrhundert die Pfarrkirche des Kirchspiels Jöllenbeck war. Auf dem Gebiet des Kirchspiels sind aus dem Mittelalter sechs Bauerschaften bzw. Höfeverbände überliefert, an die zum Teil heute noch Flur- und Straßennamen erinnern und die in der Topographie ablesbar sind: Bauerschaft Jöllenbeck, Bauerschaft Hemighold, Bauerschaft Belzen, Bauerschaft Peppingdorf, Bauerschaft Dreeke und Bauerschaft Bargholz. Hinzu kam ein Anteil der Bauerschaft Wulferinghausen. In der Jöllenbecker Kirche fanden in der Frühen Neuzeit mehrmals Landtage der Grafschaft Ravensberg statt. Wie die übrigen Teile der Grafschaft Ravensberg auch fiel das Gebiet von Jöllenbeck 1346 an die Grafschaft Berg (ab 1423 Jülich-Berg). Die Grafschaft Ravensberg kam 1609 vorläufig und im Jahr 1666 als Folge des Dreißigjährigen Krieges endgültig an Brandenburg-Preußen.

Bis Mitte des 16. Jahrhunderts hatten sich aus den ursprünglich sechs Bauerschaften die beiden Bauerschaften Oberjöllenbeck und Niederjöllenbeck herausgebildet, die zur Vogtei Schildesche gehörten. Als Preußen 1807 alle linkselbischen Gebiete abtreten musste, Ober- und Niederjöllenbeck zunächst zum Königreich Westphalen, wo sie zum Kanton Werther des Distrikts Bielefeld gehörten. 1810 annektierte Frankreich die nördlich des Johannisbachs gelegenen Gebiete des Distrikts Bielefeld und gliederte sie in sein Departement der Oberen Ems ein. Ober- und Niederjöllenbeck wurden zu einer Mairie (Bürgermeisterei) zusammengefasst, die nun zum Kanton Enger im Distrikt Minden gehörte.

Nach der Niederlage Napoleons fiel das gesamte Ravensberger Land an Preußen zurück und wurde Teil des Regierungsbezirks Minden der 1815 gegründeten Provinz Westfalen. Bei der Einteilung der Provinz in Kreise im Jahr 1816 wurde die Bürgermeisterei Jöllenbeck zunächst dem Kreis Herford zugeordnet, aber zum 1. Januar 1832 in den Kreis Bielefeld umgegliedert. Im Rahmen der Einführung der Westfälischen Landgemeindeordnung wurde im Dezember 1843 im Kreis Bielefeld aus der Bürgermeisterei Jöllenbeck das Amt Jöllenbeck mit den eigenständigen Gemeinden Niederjöllenbeck und Oberjöllenbeck gebildet. Jöllenbeck wurde mit der Gründung des ersten Posaunenchores 1843 eines der Zentren der Erweckungsbewegung im Ravensberger Land. 1909 entstand das Grafschaftsdenkmal an der Straßenkreuzung Dorfstraße/Eickumer Straße/Vilsendorfer Straße als Erinnung an die 300-jährige Zugehörigkeit der (damals schon formal nicht mehr existierenden) Grafschaft Ravensberg zu Preußen. Bei Auflösung des Amtes Schildesche am 1. Oktober 1930 wurden die beiden Gemeinden Theesen und Vilsendorf in das Amt Jöllenbeck eingegliedert. Am 10. August 1952 schlossen sich Niederjöllenbeck und Oberjöllenbeck zur Gemeinde Jöllenbeck zusammen.

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung des Raums Bielefeld wurde Jöllenbeck am 1. Januar 1973 nach Bielefeld eingemeindet.[9] In der vergrößerten Stadt Bielefeld wurde der Stadtbezirk Jöllenbeck gebildet, bestehend aus Jöllenbeck, Theesen und Vilsendorf sowie kleiner Anteile der Städte Spenge und Werther, die im Nagelsholz für den Bau eines Regionalflughafens nach Bielefeld eingemeindet wurden. Nachdem dieses Projekt aufgegeben worden war, wurden diese Flächen 1982 wieder an Spenge und Werther zurückgegeben.

Auch Theesen und Vilsendorf veränderten ihren traditionellen Gebietstand der Zeit um 1820 bei Eingliederung in das Amt Jöllenbeck 1930. Theesen bestand fortan nur noch aus Obertheesen. Das etwas kleinere Unterheesen (südlich des Johannisbaches) fiel an die Stadt Biefeld. Vilsendorf wurde dagegen 1930 durch einen erheblichen Teil der Bauerschaft Schildesche (Altenschildesche) erweitert. Kirchlich gehörten Theesen und Vilsendorf zu Schildesche.

Übersichtskarten

Verweise

Stadtarchiv Bielefeld

Heimatverein Jöllenbeck

Historischer Verein für die Grafschaft Ravensberg

Auskünfte oder weitere ausführliche Unterlagen in digitaler Form zu einzelnen Höfen erhalten Sie unter:

                  info@westfalenhoefe.de
wiki/6_bielefeld_joellenbeck.txt · Zuletzt geändert: 2020/10/19 23:42 von michael